06|09|2019

Goslarsche-Zeitung

Neues Pflegeheim für 14 Millionen Euro

Text und Foto von Andreas Gereke

Liebenburg. Ein Millionenprojekt wird seiner Bestimmung übergeben: Mit dem Durchschneiden des symbolischen Bandes eröffnete die FONTHEIM GmbH ihr neues psychiatrisches Pflegeheim, das ein Zuhause speziell für Menschen mit Demenz ist. Die Baukosten für Haus 12 beliefen sich auf rund 14 Millionen Euro, erklärte Klinik-Geschäftsführer Michael Pankratz.

Am Mittwochabend, der Moment der Eröffnung des neuen Pflegeheims, gab es nur strahlende und lachende Gesichter – das war auf dem Weg dorthin nicht immer so. Denn um den Neubau realisieren zu können, musste auf dem Gelände die von vielen Liebenburgern geschätzte Gemeinschaftshalle weichen. „Ihr Abriss war für viele ein Schock. Sie bedeutete Firmengeschichte und Mitarbeiter verbinden mit ihr positive Erinnerungen“, merkte Friederike Schriewer, Leiterin des neuen Pflegeheims, an.

Dort, wo einst die Halle war, entstand das Heim, die Grundsteinlegung erfolgte im Februar 2017. Einige Monate später als geplant nun die Eröffnung. Die Verzögerung begründete Pankratz mit der Hochkonjunktur im Baugewerbe. Wie hieß es am Rande so schön: Heutzutage werden auf Baustellen nicht nur Kupferkabel gestohlen, sondern auch Arbeitskräfte „entwendet“, die von einem Tag auf den nächsten auf anderen Baustellen eingesetzt werden.   


Nach der Übergabe des Heims an die Klinik nahmen es zunächst erst einmal die Mitarbeiter in Beschlag. 80 „FONTHEIMER“ übernachten darin, um es zu testen. „Wir setzen mit dem Heim neue Maßstäbe in der Pflege demenzkranker Menschen“, sagte Hans-Christian Fontheim. Auch für ihn war es ein besonderer Moment: Es sei das erste Bauprojekt, das er als geschäftsführender Gesellschafter der DR. FONTHEIM GmbH angestoßen habe.

Auch Liebenburgs Bürgermeister Alf Hesse  zeigte sich erfreut, dass in seiner Gemeinde investiert wird. Die Klinik mache sich zukunftsfähig und erweitere ihr Angebot, um den Herausforderungen gewachsen zu sein, so der Bürgermeister. „Die Klinik prägt die Ortschaft und die Gemeinde Liebenburg positiv, sie ist ihr größter Arbeitgeber und hat eine überregionale Bedeutung“, fügte Hesse an. Die DR. FONTHEIM GmbH beschäftigt derzeit 650 Mitarbeiter, weitere 100 sind in einer Servicegesellschaft angestellt.

Architekt Joachim Welp erklärte den Gästen der Eröffnungsfeier, dass es ein Bauen speziell für Demenzkranke erst seit gut  zehn Jahren gebe. Bestimmte Kriterien galten es zu berücksichtigen, beispielsweise kontrastreiche Farben, gleichmäßige Beleuchtung und viel Tageslicht im Gebäude, wozu auch die Innenhöfe dienen, sowie keine optischen Schwellen im Boden.

Das dreigeschossige Heim bietet 6000 Quadratmeter Wohnfläche. Die drei Wohnbereiche bieten 83 Plätze. Laut Schriewer sollen Mitte September die ersten Bewohner einziehen. Zunächst aus dem benachbarten Haus 11, das modernisiert werde.



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