Zentralklinikum

Georgsheil

Gegenstand des Realisierungswettbewerbs ist der Neubau des Zentralklinikums Georgsheil, das die drei bisherigen Klinikstandorte in Aurich, Emden und Norden in einer gemeinsamen Klinik zusammenfassen soll. Dabei umfasst die Idee der Zentralklinik Georgsheil eine Vielzahl verschiedener Elemente, die es zu einer Einheit zu formen gilt. Diese Ideen sind u.a. geprägt von hoher Flexibilität in der Nutzung, um den steigenden Bedarfen beispielsweise an ambulanten und tagesklinischen Behandlungsformen zukünftig gerecht werden zu können. Gleichzeitig gilt es, der zunehmenden Bedeutung der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz eine ausreichende Beachtung zu schenken. Innovative und nachhaltige Konzepte u.a. in der Logistik und Energieversorgung sollen umgesetzt werden. 

Die Bearbeitung des Wettbewerbs erfolgte gemeinsam mit dem Büro Gerber Architekten, Berlin und Dortmund.

Im erarbeiteten Entwurf bildet das neue Zentralklinikum Georgsheil mit seinem Hauptgebäude, dem Gebäude der Psychiatrie sowie den weiteren Baukörpern einen Campus mit zentralem Entrée. Der Haupteingang ist mit seiner Glasfront gut ablesbar und adressbildend. Die Gebäude für Strahlentherapie, Pathologie, Rettungsdienst und Technik sind wie Perlen einer Kette entlang der Straße aufgereiht und bilden eine Pufferzone zur befahrenen Bundesstraße für einen ruhigen Klinikstandort. Der Campus begünstigt die stufenweise Erweiterung des Klinikums und ist damit offen für zukünftige Entwicklungen.

Die zweigeschossige Eingangshalle empfängt die Besucher und Patienten und ermöglicht die zentrale Erschließung des gesamten Gebäudes. Die zwei Aufzugsgruppen für die vertikale Erschließung und die zentrale Magistrale für die horizontale Erschließung, die in der Eingangshalle zusammenkommen, sorgen für eine gute Orientierung im Gebäude. Auf kurzem Wege aus der Eingangshalle sind die Patientenaufnahme, die Endoskopie und die Funktionsdiagnostik erreichbar. Die Magistrale führt mit Blick nach draußen weiter zur Physio- und Ergotherapie wie auch zur Seelsorge und bietet Fläche für Ladengeschäfte. Über eine offene Treppe in der Halle können die Bereiche wie Tagesklinik, Entbindung oder Intensivpflege im 1. Obergeschoss erreicht werden. Die ambulante Magistrale schließt mit den Ambulanzen und als direkter Weg zur Zentralen Notaufnahme an die Haupthalle an. Die drei Pflegeringe (ab dem 2. Obergeschoss) sind miteinander verbunden und ermöglichen so eine zentrale Erschließung, kurze Wege für die Ärzte sowie eine zentrale Ver- und Entsorgung. Die Form des Ringes für eine Doppelstation sorgt für eine wirtschaftliche Stationsorganisation und Pflegezimmer mit Blick in die umgebende Landschaft. Das Untergeschoss mit Logistik und Ver- und Entsorgung wird erschlossen über zwei Gänge für FTS und Mitarbeiter und schließt direkt an den tieferliegenden, von der Warft geschützten Logistikhof an. Das Psychiatriegebäude ist an die zentrale Versorgung im Untergeschoss angebunden.

Es wird ein separates, erhöht liegendesTechnikgebäude südlich und nah zum Hauptgebäude vorgeschlagen. Die Heizung und Stromversorgung kann dort gewartet und gfs. erneuert werden. Die für den OP notwendige Lüftungs- und Klimatechnik wird kurzwegig direkt unterhalb der OPs angeordnet. Eine zusätzliche Technikfläche wird im 5. OG angeboten. Photovoltaik auf dem Parkhaus könnte einen Großteil des Energiebedarfs des Klinikums decken.

Die Funktionen sind im neuen Zentralkrankenhaus horizontal sortiert. Im Erdgeschoss befinden sich die Diagnostik sowie die Untersuchung und Behandlung. Darüber im 1. Obergeschoss ist die High-Care-Ebene angeordnet, ab dem 2. Obergeschoss die Pflegestationen. Das Untergeschoss ist der Ver- und Entsorgung vorbehalten. Die Grundrissstruktur basiert auf einem durchgängigen Konstruktionsraster von 7,80 x 7,80 m ausgeführt in einer Stahlbeton-Skelett-Konstruktion mit Flachdecken, die eine flexible Grundrissnutzung in beide Richtungen ermöglichen.

In Anlehnung an die Küstenlandschaft der Nordsee wird für die Fassade ein heller Ziegelstein vorgeschlagen. Lamellen in verschiedenen Grüntönen sind Sinnbild für die Gräser der Dünen und sorgen in den oberen Geschossen für einen wirksamen sommerlichen Wärmeschutz.

Visualisierungen: © Gerber Architekten

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