24|04|2020

Ems-Zeitung

Kürzere Wege für Patienten und Retter

Mitarbeiter der Zentralen Notaufnahme machen sich mit der neuen Ausstattung vertraut.

Text: Gerd Schade

Papenburg. Unmittelbar vor dem Abschluss stehen zwei große Investitionen im Marien-Hospital in Papenburg. Nächste Woche werden die umgebaute Notaufnahme und die erweiterte Kardiologie in Betrieb genommen. Mit Vollzug der Arbeiten gehen Neuerungen für die Patienten, aber auch personelle Änderungen im Hospital einher. Ein Überblick.

Die Zentrale Notaufnahme (ZNA) ist vom Erd- ins Sockelgeschoss verlegt worden. Dahinter steckt ein Konzept von möglichst kurzen Wegen und klarer Abgrenzung. Wie der technische Leiter des Hospitals, Thomas Krallmann, erklärt, ist die neue ZNA direkt von außen zugänglich und damit sowohl für „fußläufige“ Patienten als auch für den Rettungsdienst einfacher zu erreichen. Zudem sei sie klar vom restlichen Krankenhausbetrieb abgegrenzt.


Außerdem werde die Notfallversorgung von einem in den anderen Bereich „fließend übergeleitet“. Konkret: Im Sockelgeschoss ist die Liegendeinfahrt künftig auf einer Ebene nicht nur mit der ZNA, sondern auch unmittelbar mit dem Schockraum verbunden. Ebenfalls angegliedert ist die Computertomografie (CT). Dadurch werden nach Angaben des Hospitals schnellere Diagnosen für Patienten mit Mehrfachverletzungen (Multitrauma) ermöglicht.

Zur Überwachung stehen sechs Betten, sechs Behandlungsräume mit Monitoren (ebenfalls zur Patientenüberwachung) sowie zwei Funktionsräume für kleinere operative Eingriffe zur Verfügung  Ein zweites CT-Gerät ergänzt die CT-Einheit in der Radiologie.

 

Die Kardiologie

Der fließende Übergang in der Notfallversorgung mündet auch in die Einheit der Herzspezialisten. So befindet sich nun die sogenannte Chest-Pain-Unit zur Diagnostik von Patienten mit Brustschmerzen / Herzerkrankungen direkt neben dem Herzkatheterlabor. Dieses wurde zudem um einen zweiten Linksherzkathetermessplatz erweitert.

Dadurch können nach Angaben des Hauses fortan im Parallelbetrieb sowohl die kardiologischen Standardversorgungen im 24-Stunden-Bereitschaftsdienst als auch elektrophysiologische Untersuchungen und Katheterablationen durchgeführt werden. Mit Letzteren lassen sich bestimmte Formen von Herzrhythmusstörungen dauerhaft beheben. Ebenso wie durch die Verdopplung der CT-Kapazitäten garantiert der zweite Messplatz laut Hospital „100-prozentige Ausfallsicherheit“.

 

Neue Medizintechnik

Erstmals in einem der vier Verbundkrankenhäuser der Lingener St.-Bonifatius-Hospitalgesellschaft, zu denen außer Papenburg das Hümmling-Hospital in Sögel, das Borromäus-Hospital (Leer) und das Bonifatius Hospital (Lingen) zählen, ein neues System für medizinisches Prozessmanagement in der Notfallversorgung zum Einsatz. „Die Software ist für uns ein wichtiger Schritt innerhalb der Digitalisierung“, erklärt Sabrina Sanders, Organisatorische Leitung der Notaufnahme.“ ….

 

Kosten

Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt 7,6 Millionen Euro. 6,3 Millionen Euro investierte das Land Niedersachsen, jeweils 333000 Euro steuerte der Landkreis Emsland und die Stadt Papenburg bei.

 

Eröffnung

Wegen der Corona-Krise findet die Eröffnung mit Segnung durch Pfarrer Franz-Bernhard Lanvermeyer heute nur im Kreis der Belegschaft statt.

 

So geht es weiter

Für ein „komprimiertes Krankenhaus der kurzen Wege“ wie es Hospital-Geschäftsführerin Veronika von Manowski vorschwebt, soll ein neuer Baukörper auf drei Ebenen entstehen. Höhenunterschiede, lange Flure und verwinkelte Ecken sollen der Vergangenheit angehören. Für die Umsetzung sind bei der niedersächsischen Landesbaubehörde Fördermittel in Höhe von 36,7 Millionen Euro beantragt. Vor einer Umsetzung sind noch diverse Verwaltungshürden zu nehmen. Baubeginn kann nicht vor Frühjahr 2021 sein.

 

© Ems-Zeitung 2020

 

Weitere Informationen

Zum Projekt:

Marien Hospital Papenburg

 

Website der Klinik:

www.marien-hospital-papenburg.de